Sinter - Schmuck der Höhlen

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                  Höhlenminerale
   Weltweit kennt man mehr als 200 verschiedene Höhlenminerale. Naturgemäß sind vor allem Karbonatminerale weit verbreitet. Am bekanntesten ist Kalziumkarbonat (CaCO3), das die Minerale Kalzit (oder Kalkspat) und seltener Aragonit bildet. Letzterer entsteht, wenn neben Kalzium auch Magnesium in das Kristallgitter eingebaut wird. Entgegen früherer Annahmen spielt die während der Ausfällung vorherrschende Lufttemperatur keine Rolle. Aragonit zeigt vorwiegend nadelige und stengelige Strukturen. 
 
   Kugelige Sinter
   Kugelige Sinterformen, ähnlich Knöpfen, Perlen, Warzen, Pilzen, streusel- oder blumenkohlartigen Auswüchsen, sind häufig in Höhlen. Sie überziehen großflächig die Höhlenwände und Versturzbrocken. Ihre Entstehung geht wahrscheinlich auf die Existenz geringer Temperaturunterschiede zurück. Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein eines wärmeren, feuchten Luftstroms über der kälteren Höhlenwand. Kalkgesättigte Wassertropfen, die an kleinen Unebenheiten der Wand in diese wärmeren Zonen hineinragen, scheiden dann Kalzit ab, da die Löslichkeit von Kohlendioxid in Wasser temperaturabhängig ist. 
 
  
Sinterperlen
  Sinterbecken
   Sinterbecken sind zeitweise oder ständig mit Wasser erfüllt. Das über die Randschwelle des Beckens ausfließende Wasser scheidet Kalzit ab und erhöht dadurch stetig den Randwall. Sinterbecken sind meist treppenförmig in größerer Zahl übereinanderliegend angeordnet.
 
   Excentriques
   Excentriques sind vielfältig gekrümmte und in ihrem Wachstum nicht schwerkraftorientierte Formen des Kalzits oder Aragonits. Ihre Entstehung gehört zu den meist diskutierten Themen in der Speläologie. Neuere Untersuchungen erweisen die Richtigkeit der "Kapillartheorie". In den Excentriques wird fast immer ein mikroskopisch feines Kanälchen nachgewiesen, das die Lösungszufuhr und damit das weitere Wachstum des Excentrique bestimmt. In dem feinen Kanal, in dem das Wasser zur Spitze wandert, ist die Kapillarkraft stärker als die Schwerkraft.
 
   Am Ende des Kanälchens wird die Kalzitausfällung durch Verdunstung geregelt. Das Wachstum ist daher sehr langsam. Dies hat zur Folge, dass große Einzelkristalle in der kristallographisch vorgegebenen Richtung gebildet werden können. 
 
  
Excentriques
  Trockenrisse
   Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit in Höhlen können tonreiche Höhlensedimente tiefgründig austrocknen. Dabei entstehen Schrumpfrisse, die im Höhlenboden ein polygonales Muster bilden. Häufig füllt Sinter diese Risse aus und bildet dadurch die Schrumpfrisse nach.

 

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